Fröhlich schwitzen - nach finnischer Tradition
Vor allem in der kalten Jahreszeit genießen viele Menschen regelmäßiges Saunieren und stärken damit Ihre Abwehrkräfte. Doch Achtung: Nicht immer ist der Besuch der Sauna ein geeignetes Mittel um Krankheiten abzuwehren.
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Bei Schwangeren werden der Saunagang und die damit verbundene Temperaturerhöhung häufig kritisch gesehen. Manchmal machten Ärzte eine gesteigerte Temperatur für Missbildungen am zentralen Nervensystem der am Herz des Embryo verantwortlich. In Finnland mit seiner - auch bei Schwangeren - langen Saunatradition liegt die Missbildungsrate im internationalen Vergleich jedoch außergewöhnlich niedrig.

Auf die Temperatur kommt es an

In ihrem Ratgeber "Lust auf Sauna" (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2002) betont die Medizinjournalistin Ulrike Novotny, dass es einen großen Unterschied mache, ob Schwangere Saunieren oder ein Heißwasserbad nehmen. Die kritische Temperatur für ein erhöhtes Missbildungsrisiko beim Kind liegt nach wissenschaftlichen Untersuchungen oberhalb von 38,8/38,9 Grad Celsius. Während im Heißwasser-Sprudelbad die Temperatur schon innerhalb der empfohlenen Anwendungsdauer auf kritische 39 Grad ansteige, liegt die Kerntemperatur in der Sauna nicht über 38 Grad Celsius.

Mit 80 noch in die "Schwitzkammer"?

Auch das hohe Alter ist nach Ansicht der Medizinjournalistin kein Grund auf einen Saunabesuch zu verzichten. Selbst 80-Jährige können noch problemlos saunieren. "Gerade in der Rehabilitation von Herzkranken, nach Herzinfarkt und Herzoperation bewährt sich die Sauna, denn regelmäßiges Saunieren senkt den Blutdruck und entlastet das Herz." In ihrem Ratgeber geht es der Medizinjournalistin allerdings nicht nur um die Problemfälle des Saunierens. Sie klärt auch über die Vorgänge im Körper beim Saunieren und die medizinischen Ziele auf. Außerdem gibt sie Tipps hinsichtlich der Vorbereitung und des Ablaufes eines Sauna-Besuches.

Keine Sauna bei:
Fieberhaften Erkältungen
Akuten Entzündungen (v.a. an Organen und Blutgefäßen)
Nicht stabilen/ausgeglichenen Krankheiten des Herzens und der Blutgefäße
Zehrende Krankheiten wie Krebs, im zehrenden Stadium, nicht ausgeheilte Tuberkulose
Epilepsie und epilepsieähnliche Krampfanfälle

Sauna nur mit Einschränkung und nach ärztlichem Rat bei:
Schweren Fehlregulationen des autonomen Nervensystems, "Wärmeallergie"
Hohem Blutdruck
Stärkeren Durchblutungsstörungen des Gehirns
Schweren Leber- und Nierenveränerungen

Kein Verbot bei:
Zuckerkrankheit
Schwangerschaft
Bluthochdruck, wenn er gut einstellbar ist
Depressionen (unter Lithium-Therapie ausreichend und rechtzeitig vorher trinken, gleichmäßiger Li-Spiegel ist wichtig!)
Grünem Star (Augeninnendruck sinkt sogar)
Krampfadern ohne akute Entzündung

Ausgesprochene Sauna-Empfehlung bei:
Chronischen Katarrhen der oberen Atemwege
Chronischer Bronchitis
Asthma bronchiale
Nicht aktiven rheumatischen Krankheiten
Arthrosen und degenerativen Wirbelsäulen-Krankheiten
Weichteilrheumatismus
Durchblutungsstörungen der Beine in den ersten Stadien
Neigung zu niedrigem Blutdruck

Quelle: Thieme

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