Die Yoga Ernährung - ganzheitlich genießen
Yoga ist mehr als nur Sport oder eine Art, sich zu entspannen. Es ist ein ganzheitliches Konzept, eine Lebensweise – und daran hat die Nahrungsaufnahme einen wesentlichen Anteil.
Die Yoga Ernährung  - ganzheitlich genießen
Info
Ernährungstipps für Yogameister und solche, die es werden wollen


• Den Tag statt mit Kaffee, Schwarz- oder Grüntee mit einem großen Glas Zitronen- oder Limettenwasser beginnen – das bringt mehr Erfrischung als Espresso & Co.

• Nehmen Sie sich Zeit fürs Frühstück! Der Energietyp tut sich mit einem reichhaltigen, warmen Gericht etwas Gutes, währen der Ruhetyp mit etwas Leichtem, Früchten und Vollkorn in die Gänge kommt.

• Die warme Hauptmahlzeit am besten mittags einnehmen, dann brennt das Verdauungsfeuer am meisten. Ein Spaziergang danach vertreibt jede Trägheit – selbst, wenn er nur fünf Minuten dauert.

• Abends leichte Gerichte bevorzugen, so liegt nachts nichts schwer im Magen.
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Wie die Ernährung die Yogapraxis und unser ganzes Wohlbefinden unterstützen kann, haben Bettina Matthaei und Anna Trökes in ihrem Yoga Kochbuch zusammengefasst und mit sehr leckeren Rezepten versehen, die jeden Gourmet aufhorchen lassen.

Jeder Yogaübende hat bei seiner Praxis unterschiedliche Ziele vor Augen: mehr Beweglichkeit und Kraft, den Geist sammeln und ruhiger werden oder mehr Spiritualität ins Leben bringen – all diese positiven Wirkungen kann Yoga haben. Aus den unterschiedlichen Bedürfnissen haben sich im Laufe der Zeit viele verschiedene Yogastile entwickelt: das dynamische Asthanga-Yoga, das ruhigere Vini-Yoga, das meditative Kriy-Yoga und noch viele mehr. Je nachdem, was man sucht, gibt es für jeden Übenden den richtigen Stil – und für alle auch allgemeingültige Ernährungsempfehlungen, die die Praxis unterstützen.

Ausgeglichenheit zum Essen

In der Yogalehre besitzt jede Substanz eine Grundeigenschaft, die guna genannt wird. Eingeteilt werden sie in drei große Gruppen, je nachdem, welche Auswirkungen sie auf den Menschen haben:

  • rojas – bewegt, aktiv, heiß
  • tamas – unbewegt, ruhend, kalt
  • sattva – rein, klar, ausgeglichen

Um die für Yogameister wichtige Ausgeglichenheit zu erlangen, ist besonders die sattvische Nahrung entscheidend. Dazu zählen wertvolles Getreide, wie Reis, Weizen, Gerste, Hafer und Mais, Hülsenfrüchte, Mandeln, Walnusskerne, Sprossen, Wurzelgemüse und Milchprodukte. Die klassischen Gerichte der Yogis sind daher meist schwach gewürzt, eher süß und leicht verdaulich.

Die Energie zügeln

Um konkrete Ernährungsempfehlungen an die Leser zu geben, teilen die beiden Autorinnen des Yoga Kochbuchs die Yogaübenden in zwei Typen ein: den Energietyp, der hauptsächlich deshalb praktiziert, um zur Ruhe zu kommen, und den Ruhetyp, der sich vom Yoga mehr Beweglichkeit wünscht. Der Energietyp bewegt sich gerne, ist ständig geistig aktiv, hat Mühe, sich lange zu konzentrieren, kann schlecht abschalten, fühlt sich oft erschöpft und ausgelaugt und ist rasch nervös und gereizt. Er braucht dringend Ruhepausen, um seinen großen Tatendrang und seinen wachen Geist zu beherrschen, denn der ständig hohe Energielevel führt schnell zu Muskelverspannungen. Unterstützt werden kann dies durch Nahrung, die besänftigt und erdet, wie etwa solide Kohlehydratlieferanten und warmes Essen. Ebenfalls beruhigend wirken all die Lebensmittel, die in und an der Erde wachsen: Karotten, Rote Rüben, Kartoffeln, Kürbisse, Zucchini, Ingwer und Kurkuma. Meiden sollte der Energietyp vor allem rohe und kalte Speisen, zum Beispiel Rohkost, Zwiebeln, scharfe Gewürze, Gebratenes, Gegrilltes, Frittiertes und große Mengen an Kaffee, Schwarz- und Grüntee.

In Bewegung kommen

Der Ruhetyp ist der Gegenpol zum Energietyp: Er bewegt sich im Alltag zu wenig, hat Mühe, in die Gänge zu kommen, ist steif geworden, ein Bewegungsmuffel, schläft gerne lang und ihm wird schnell kalt. Die Gefahr, die in diesem Extrem lauert, ist die Unbeweglichkeit. Das Energieniveau bleibt dabei auf Dauer zu niedrig; die Folgen können Muskelschwäche, Haltungsschäden, seelische Erschöpfung oder sogar ein Burn-out-Syndrom sein. Das Yoga Kochbuch rät daher zu Nahrung, die im Inneren wärmt oder sogar ins Schwitzen bringt: Linsengerichte, Hirse, Couscous, Dinkel, Reis, Kartoffeln, Kohl, Senf, Ingwer, Wasabi, Pfeffer, Chili, Salate, Rucola und Minze. Auf der Liste der Nahrungsmittel, die es zu vermeiden gilt, stehen beim Ruhetyp alles, was schwer und träge macht: große Mengen an Nudeln, Aufläufe, cremige Suppen, Salz, Käse zum Gratinieren.

Fazit: Die Autorinnen Bettina Matthaei und Anna Trökes geben im Yoga Kochbuch eine gute Einleitung dazu, wie die Ernährung die Wirkung des Yoga unterstützen kann. Auch wenn die Einteilung in nur zwei Typen etwas unspezifisch erscheint, sind die meisten Tipps gut nachvollziehbar. Dazu gibt es außerdem noch Hinweise zu den Yogaübungen selbst. Das große Plus sind allerdings die Rezepte: Vom zitrusmarinierten Hähnchenfilet mit Mango bis zur Avocado-Himbeer-Creme sind Gerichte für Ruhe- bzw. Energietyp angeführt, die meist Alternativen für den jeweils anderen Typ bieten. Verlockend – nicht nur für Yoga-Fans!

Autorin: Mag.a Anne Wiedlack

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