Blasen-Schwäche - Heilung aus der Natur
Natürliche Heilmittel sind nicht nur besonders gut verträglich. Sie zeigen bei vielen Beschwerden Wirkung. Welche pflanzlichen Heilmittel sich bei Blasenschwäche bewährt haben, erfahren Sie hier.
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Bei Blasen- und Nierenerkrankungen eignet sich die Anwendung von Pflanzen in der Form von Tees zunächst besonders gut. Denn, weniger trinken verspricht keine Lösung des Problems, im Gegenteil. Die Flüssigkeitszufuhr muss erhöht werden. Als Maß gelten ungefähr eineinhalb Liter Tee, also sechs Tassen pro Tag. Tee, der aus Brennesselwurzel, Goldrute, Birkenblättern, Schachtelhalm oder Bärentraubenblättern zubereitet wird, hat sich zur unterstützenden Behandlung von Blasenleiden als besonders wirksam erwiesen.

Brennesselwurzel
Die Brennessel ist ein altbewährtes Mittel, wenn es darum geht, Gifte aus dem Körper zu treiben. Mithilfe der Brennesselwurzel werden die Nieren zu vermehrter Wasserausscheidung angeregt und sie soll auch Schmerzen beim Harnlassen mildern. In einigen pflanzlichen Arzneimitteln werden die Wirkstoffe der Brennesselwurzel mit Inhaltsstoffen von Goldrute und Birkenblättern kombiniert, um den Harnfluss zu verbessern, die Restharnmenge zu reduzieren und unkontrolliertem Harndrang entgegen zu wirken.

Goldrute, Birkenblätter und Schachtelhalm
Die Goldrute, eine heimische Staude, die bis zu einem Meter hoch wächst, zählt zu den wirksamsten Nieren- und Blasenkräutern. Sie enthält ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine und Flavonoide und wirkt stark harntreibend. Birkenblätter haben ebenso eine harntreibende Wirkung und können Infektionen der Harnwege verbessern. Da sie sehr mild sind und die Nieren nicht reizen, können sie ohne Nebenwirkungen auch über längere Zeit angewandt werden. Nierentätigkeit und Harnsäureausscheidung lassen sich durch das regelmäßige Trinken von größeren Mengen Birkenblättertee enorm steigern.
Ein weiteres harntreibendes Mittel sind die Sprossteile des Schachtelhalms, die außerdem die Schleimhäute der Harnwege beruhigen.

Bärentraubenblätter
Die Bärentraube ist ein immergrüner Strauch, der dem Strauch der Preiselbeere ähnlich sieht. Bärentraubenblätter können harndesinfizierend wirken. Voraussetzung dafür ist, dass der Harn alkalisch ist, was nur bei einer überwiegend pflanzlichen Ernährung der Fall ist. Das in Bärentraubenblättern enthaltene Arbutin wird dann im Harn in eine antibakterielle Substanz verwandelt. Bärentraubenblätter-Tee sollte allerdings kalt zubereitet werden, damit es aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts nicht zu Magenreizungen kommt. Setzt man die Blätter über 12 bis 24 Stunden kalt an, wird nämlich ihr Wirkstoff frei und – im Unterschied zu langem Kochen – nur ein geringer Teil der Gerbstoffe mit extrahiert. Anschließend kann der Tee erwärmt werden.

Kürbissamen
Neben Teekräutern gibt es weitere Hilfe aus der Natur: Medizinischen Studien zufolge sollen verzehrte Kürbissamen entzündungshemmend wirken, Beschwerden beim Wasserlassen lindern, zu einer erhöhten Spannung der Blasenmuskulatur und gleichzeitig zu einer Entspannung des Schließmuskels führen. Kürbiskernpräparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Kerne als solche lassen sich aber auch mühelos in den täglichen Ernährungsplan aufnehmen, entweder zwischendurch knabbern oder in Salate, Suppen und andere Speisen als gesunde Draufgabe einstreuen. Ein Esslöffel Kürbiskerne pro Tag tut übrigens auch jedem, der sich ohnehin gesund fühlt, Gutes.

Opuntia
Ein weiteres rezeptfrei erhältliches natürliches Präparat, das sich gegen Blasenschwäche einen Namen gemacht hat, ist Opuntia: Ein Extrakt, das aus dem so genannten Opuntia-Kaktus, bekannt auch als Feigenkaktus, gewonnen wird. In vielen Ländern werden Opuntia-Blüten zur Stärkung der Blasenfunktion verwendet. Laut einer Studie, die die Wirksamkeit des Präparates testete, besserten sich die Beschwerden bei 80 Prozent der Patienten über einen Einnahmezeitraum von sechs Wochen: Das Auftreten unkontrollierten Harndrangs ließ sich deutlich vermindern.

Vorbeugen statt Heilen
Eine in Finnland durchgeführte Befragung hat zudem ergeben, dass Frauen, die häufig frische Beerensäfte trinken, seltener an Harnwegsinfektionen leiden. Von Preiselbeeren ist etwa bekannt, dass sie Bakterien daran hemmen, sich an der Schleimhaut der Harnwege anzuheften. Dadurch werden diese rascher aus der Blase herausgespült. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt sollen das Erkrankungsrisiko ebenso reduzieren, da sie Darmbakterien zersetzen, die sich häufig auf die Harnwege ausbreiten.


Autorin: Mag.a Angelika Stallhofer
 

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