Blasenschwäche bei Männern - Gefahrenzone Prostata
Viele Männer sind davon betroffen, dennoch ist sie immer noch ein Tabuthema: Die Blasenschwäche beim Mann. Früherkennung und gezielte Behandlung können die Symptome mildern oder die Blasenschwäche gänzlich heilen. Lesen Sie mehr…
Blasenschwäche bei Männern - Gefahrenzone Prostata
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Beim Thema Blasenschwäche werden im Allgemeinen Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz unterschieden. Bei der Belastungsinkontinenz, von der am Häufigsten Frauen betroffen sind, kommt es beim Heben schwerer Gegenstände, beim Husten oder Niesen zu einer unkontrollierbaren Absonderung von Harn. Die Belastungsinkontinenz kommt bei Männern nur in seltenen Fällen, wie zum Beispiel nach Unfällen oder Operationen vor. Die Dranginkontinenz, die die häufigste Form der Blasenschwäche bei Männern darstellt, entsteht entweder durch eine überaktive oder übersensible Blase. Hierbei handelt es sich um unfreiwillige Harnabsonderungen, denen ein unbeherrschbarer Harndrang zu Grunde liegt. Betroffene Personen können diesem Drang oft nicht bis zum Erreichen der Toilette standhalten.

Eine übersensible Blase ist gekennzeichnet durch Veränderungen oder Entzündungen der Blasenwand, die dem Gehirn fälschlicher Weise die Information vermitteln, die Blase sei voll. Somit entsteht, der obengenannte unbeherrschbare Harndrang.

Bei der überaktiven Blase kommt es zu einer Übererregbarkeit des Blasenmuskels. Zu den Ursachen für eine überaktive Blase zählen: ein Abbau des Blasenmuskels (vor allem im Alter), und unverarbeitete psychische Belastungen.

Problem Prostata
Einer Blasenschwäche bei Männern geht häufig eine Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse) voran. Auch Prostatahyperplasie genannt, handelt es sich dabei um eine gutartige Vergrößerung. Ein Wachstum dieser Drüse ist bei Männern ab 50 generell nichts Ungewöhnliches, sollte aber dennoch von einem Urologen abgeklärt werden. Die Früherkennung einer vergrößerten Prostata und eine somit frühzeitig eingeleitete Therapie, können das weitere Wachstum stoppen und das Blasenleiden bei Männern vorzeitig verhindern.

Erste Symptome
Neben einer regelmäßigen Kontrolle beim Urologen, sollte „Mann“ bei den folgenden Symptomen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen: Ein schwächer werdender Harnstrahl und eine verlängerte Miktionszeit (Dauer des Urinierens) sind erste Anzeichen einer Vergrößerung der Prostata. Der Blasenausgang wird hierdurch behindert und die Harnröhre zunehmend eingeengt. Auch häufigeres und nächtliches Harnlassen, können erste Warnsignale darstellen.

Behandlung
Da die Blasenschwäche meist eine Mischform aus Blasen-, Harnröhren- und Schließmuskelschwäche ist, muss die Therapie an jeden Patienten individuell angepasst werden.

Leidet die Person ein einer überaktiven Blasen, werden häufig Medikamente verabreicht, die die Blasenwand entspannen. Auch manche Antidepressiva, die auf die Blasenwand wirken, werden in diesem Zusammenhang verschrieben. Bei Blasenschwäche, die durch eine Vergrößerung der Prostata entstehen, wird in den meisten Fällen ebenfalls medikamentös behandelt.

Weiters sollten Beckenbodengymnastik und Biofeedback in keinem Therapieplan gegen Blasenschwäche fehlen.

Für das tägliche Leben werden, auch für Männer, nicht sichtbare und kaum spürbare Einlagen angeboten. Diese tragen in akuten Phasen zur Diskretion im Umgang mit dem Problem Blasenschwäche bei.

Nach dem momentanen Stand der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten, sind 90% aller Inkontinenz Fälle heilbar. Eine schwache Blase ist kein Schicksal mehr, das tapfer ertragen werden muss, jeder kann selbst aktiv zu einer Vermeidung, Verminderung und sogar Heilung beitragen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung haben hierbei oberste Priorität.
 


Autorin: Sandra Ehold

 

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