Natürliche und pflanzliche Wärmetherapien - Vielfältige Methoden
Heublumenbad, Kirschkernkissen, Wärmebäder, Fango und vieles andere mehr - die Möglichkeiten im Rahmen natürlicher Wärmetherapien sind umfangreich und vielseitig. Nachfolgend werden ausgewählte Wärmetherapien sowie deren Anwendung erläutert.

Heubäder/Heublumenbad

Neben Wärme und Duft sorgt die Anwendung eines Heubades, eines Heublumenbad oder eines Wiesenkräuterbads für eine wohltuende Wirkung. Heublumenbäder sind weniger belastend für den Kreislauf als beispielsweise Moor- oder Fangobäder.

Heublumen als Zusatz für das Badewasser

Dem warmen Badewasser werden Extrakte oder ätherische Öle aus Heublumen beigemischt. Diese haben positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden bei chronisch-degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rheuma, Gicht oder Arthritis sowie bei Muskelverspannungen oder Förderung des Stoffwechsels. Die Anwendung eines solchen Bades regt zum Schwitzen an.

Rezepte für die Anwendungen

Für die Anwendung der Heublume stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

1) In einem Liter Wasser 12 Stunden lang ein bis zwei Esslöffel Heublumen kalt ansetzen. Dann diesen Kaltwasserauszug fünf Minuten lang zum Kochen bringen, 30 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb ins Badewasser gießen. Die empfohlene Badedauer liegt bei 15 Minuten. Diese Anwendung ist auch sehr gut geeignet, um eine aufkommende Erkältung abzufangen.

2) Warmes und angefeuchtetes Heu wird in einer Wanne oder einem Holztrog gelegt, sobald man sich darauf gelegt hat, noch mit weiteren Lagen Heu bedeckt.

3) 500 Gramm Heublumen aus der Apotheke in einem Topf mit fünf Liter Wasser übergießen, das Ganze einmal aufkochen lassen. Danach den Topf von der Herdplatte nehmen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Die Masse durch ein Sieb in die Wanne gießen. Ideal sind eine Wassertemperatur von 39 Grad Celsius und eine Badedauer von nur 10 bis 15 Minuten. Danach wird Bettruhe für mindestens eine Stunde empfohlen.

Heublumensack nach Kneipp

Diese feucht-heiße Heublumenpackung wird unter Dampf auf 42 Grad Celsius erhitzt und danach als lokale Wärmetherapie auf schmerzende Körperstellen aufgelegt. Die Dauer der Anwendung beträgt etwa 30 bis 60 Minuten.


Kirschkernkissen

Ein Kirschkernkissen ist ein mit Kirschkernen gefülltes Kissen, welches man sowohl zur Wärme- als auch zur Kältebehandlung einsetzen kann. Die Kerne im Inneren des Kissens haben die Fähigkeit, Wärme oder Kälte zu speichern, wodurch sie oftmals unterstützend zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.

Wirkung von Kirschkernkissen

Ein Kirschkernkissen kann bei Magenschmerzen, Nacken- oder Rückenschmerzen, Muskelbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen zur Anwendung kommen. Durch die wohltuende Wärme des Kirschkissens werden die Beschwerden gelindert, Krämpfe und Verspannungen lösen sich. Kirschkernkissen sind ebenso für Kinder in der Linderung von Blähungen oder Bauchschmerzen effektive Hilfsmittel.

Wärmeanwendung

Für die Wärmeanwendung wird das Kirschkernkissen entweder im Backofen oder auch in der Mikrowelle erwärmt. Im Backofen benötigt das Kissen etwa 10-15 Minuten bei maximal 150 Grad, in der Mikrowelle bis 600 Watt maximal eine Minute. Ist der Wärmebedarf nicht so groß, reicht es aus, das Kirschkernkissen auf die Heizung zu legen.

Damit der Stoff des Kissens nicht braun wird, sollte es im Backofen vor dem Erwärmen in Alufolie gewickelt werden. Es ist auch darauf zu achten, dass das Kirschkernkissen zwischen den Anwendungen vollkommen auskühlen kann. Bei unsachgemäßer Erhitzung besteht Brandgefahr.


Wärmepackungen

Bei der Anwendung von Wärmepackungen spielt neben dem physikalischen Vorgang vor allem auch die chemische Zusammensetzung der verwendeten Substanzen eine bedeutende Rolle. Die Auswahl ist groß: Fango, Parafango, Moorbäder, Torf, Munari, Klärschlamm oder Paraffin.

Jede Substanz enthält andere Bestandteile. Der oftmals verwendete „Eifelfango“ ist beispielsweise ein Mineralschlamm bestehend aus den Ablagerungen vulkanischen Ursprungs. Abanofango hingegen unterscheidet sich von allen anderen durch seinen hohen Anteil an lebenden Algen, die Temperaturen von über 80 Grad aushalten und sich dabei sogar vermehren.

Im Allgemeinen bewirken Wärmepackungen neben einer Durchblutungssteigerung verschiedene Stoffwechselvorgänge an den behandelten Körperstellen.

Anwendungsmöglichkeit von Wärmepackungen

Eine Wärmetherapie kann auch bei psychosomatischen Erkrankungen, Erregungszuständen und Nervosität entspannend und beruhigend wirken. Das Hauptanwendungsgebiet liegt allerdings im Bereich von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose werden häufig Paraffinbäder eingesetzt.

 

 

 

Autorin: Mag. Vorauer Nicole

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