Bronchitis - schwere Zeiten für die Atemwege
Oft gehört, selbst schon erkrankt, aber trotzdem wissen nur wenige über die Krankheit und ihre Symptome wirklich Bescheid. Nicht ohne Grund, werden doch viele Symptome unter dem Begriff „Bronchitis“ zusammengefasst bzw. in der Medizin verschiedenen Formen differenziert.
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Bei einer „normalen“ Bronchitis sind die Bronchien der Lunge entzündet, sind andere Bereiche des Atemapparats zusätzlich betroffen, werden andere Bezeichnungen verwendet. Und auch ganz generell müssen zwei Arten von Bronchitis unterschieden werden: die akute von der chronischen.

Akute Bronchitis

Allgemein: Akute Bronchitis ist eine der meistgestellten Diagnosen in der Allgemeinpraxis und häufig nicht korrekt, da oft unterschiedliche Krankheitsbilder schlampig unter dem Begriff „Bronchitis“ zusammengefasst werden. Bei einer akuten Bronchitis entzünden sich die größeren verzweigten Atemwege und je nach betroffenem Abschnitt spricht man von Tracheitis, Tracheobronchitis, Bronchitis oder Bronchiolitis. Meist entsteht eine Bronchitis im Zusammenhang mit einer Erkältung oder Grippe und kann von verschiedenen Erregern verursacht werden. Virale Auslöser sind häufig RS-, Rhino-, Parainfluenza- oder Adeno-Viren. Eine bakterielle Infektion kommt meist erst zu einer viralen hinzu und ist an einer gelblich bis grünen Verfärbung des abgehusteten Schleims zu erkennen. Eine Infektion durch Pilze ist sehr selten und betrifft hauptsächlich Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Eine Häufung der Erkrankung kann in Frühjahr und Herbst sowie bei Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Immunschwäche festgestellt werden.

Symptome: Allgemeine Symptome einer akuten Bronchitis sind Husten mit Schleimauswurf, Atembeschwerden und Fieber. Nach ersten Erkältungsanzeichen beginnt nach zwei bis drei Tagen der Husten. Anfangs meist trocken, kommt es etwas später durch die Schwellung der Schleimhäute zu klarem bis gelblich-grünlichem oder gar blutigen Auswurf. Bei der spastischen Bronchitis führen krampfende Muskelkontraktionen zu röchelnden oder pfeifenden Atemgeräuschen. Manche Betroffenen verspüren auch ein Brennen hinter dem Brustbein.

Therapie: Meistens heilt eine akute Bronchitis von allein aus, die auftretenden Symptome können jedoch mit Nasentropfen, Hustensaft, Einreibungen, Bädern, Inhalieren oder leichten Schmerzmitteln gelindert werden. Zudem sollte viel getrunken werden, um die Verflüssigung des Schleims zu fördern. Tees – vor allem Thymian- und Spitzwegerichkrauttee – sind dafür besonders geeignet. Auch Brustwickel mit Quark oder Kartoffeln sind ein bewährtes Hausmittel. Antibiotika sollten nur bei besonderen Indikationen (z. Bsp. bakterielle Infektion bei Kleinkindern) zum Einsatz kommen. Vorbeugend können sich gefährdete Personen gegen Grippe impfen lassen.

Chronische Bronchitis

Allgemein: Chronische Bronchitis ist nach Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine Erkrankung, bei der es zu „Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens je drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren“ kommt. In Deutschland leiden rund 20 Prozent der Männer an chronischer Bronchitis, in Österreich wurden im Jahr 2004 von der österreichischen Ärztekammer rund 1.500 Fälle bei Erwachsenen gezählt, wobei Männer etwa drei Mal häufiger betroffen sind als Frauen. Unterschieden wird zwischen chronisch-katarrhalischer Bronchitis, chronisch-schleimig-eitriger Bronchitis und chronisch-atrophischer Bronchitis mit jeweils unterschiedlichen Symptomen. Ausgelöst wird die chronische Bronchitis zu 90 Prozent durch Rauchen, aber auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, Industrieabgase oder Reizgase können ausschlaggebend sein. Weiters können häufige Infektionen der Atemwege oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung Ursachen für eine chronische Bronchitis sein.
Mögliche Folgekrankheiten sind COPD (chronic obstructive pulmonary disease), Lungenemphyseme oder eine chronische Rechtsherzinsuffizienz.

Symptome: Husten und Auswurf sind die zwei ersten Symptome, die bei einer chronischen Bronchitis festgestellt werden. Durch die Zunahme der schleimbildenden Drüsenzellen in der Bronchialschleimhaut und der Verminderung der Flimmerhärchen kommt es zu vermehrter Produktion von Schleim, der vor allem nach dem Aufstehen abgehustet wird. Danach kann der/die PatientIn stundenlang beschwerdefrei sein. Fieber, Nachtschweiß, leichte Entzündungszeichen im Blut, Atemnot und ein geschwächtes Immunsystem sind weitere Symptome. Bei schwereren Fällen ist die Sauerstoffkonzentration im Blut erniedrigt und eine Blausucht, bei der violette bis bläuliche Verfärbungen der (Schleim-)Haut, Lippen und der Fingernägel auftreten, feststellbar.

Therapie: Bei der durch das Rauchen ausgelösten chronischen Bronchitis ist die wirksamste Maßnahme das Einstellen des Rauchens, was innerhalb eines Monats schon zu deutlichen Besserungen führt; langfristig verschwinden die Beschwerden meist zur Gänze. Zudem können die Symptome beispielsweise durch Atemgymnastik, Gabe von Sauerstoff oder Medikamenten (zur Erleichterung des Abhustens, Schmerzmittel, etc.) gelindert werden.


AutorIn: Mag.a Mirjam Bromundt, Foto: Fotolia.com
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