Kleine Plagegeister am Kopf - Läuse
"Klein - aber gemein", Kopfläuse sind zwar nicht gefährlich, aber sehr lästig. Vor allem Kinder gehören zu den Opfern der juckenden Plagegeister.
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 "Wer Kopfläuse hat, muss Haar und Kopfhaut schnell behandeln, um die Verbreitung der Tiere zu stoppen", sagt Dr. Ursula Becker, Ärztin beim AOK-Bundesverband.

"Oft beichten die Eltern zu spät, dass ihre Kinder Kopfläuse haben. Dann hat sich die Plage oft schon auf alle anderen Kinder übertragen", bedauert Elke Mosbacher, Leiterin eines Kindergartens in Hamm. Dabei sind Kopfläuse kein Grund, sich zu schämen. "Dass Läuse etwas mit mangelnder Sauberkeit zu tun haben, ist ein weit verbreiteter Irrtum", erklärt Dr. Ursula Becker. Jeder kann Kopfläuse bekommen, sie übertragen sich durch direkten Kontakt. Stecken Kinder die Köpfe zusammen, zum Beispiel beim Schmusen, Kuscheln oder Raufen, wandern die Tierchen von einem zum anderen. Auch durch gemeinsam benutzte Sachen wie Decken, Kopfkissen, Kämme oder Mützen können die Plagegeister sich ausbreiten.

Speichel der Tiere löst Juckreiz aus

"Kopfläuse brauchen alle zwei bis drei Stunden eine kleine Blutmahlzeit, die sie sich aus der Kopfhaut saugen", so Ursula Becker. "Dabei gelangt jedes Mal eine winzige Menge Speichel in die Kopfhaut und löst heftigen Juckreiz aus." Durch Kratzen können sich Wunden bilden, die sich entzünden und eitern. Deshalb sollten Eltern spätestens, wenn sich ihr Kind häufig den Kopf kratzt, der Sache auf den Grund gehen. Besonders gerne halten sich die Krabbeltiere an den Schläfen, hinter den Ohren und am Übergang zwischen Hinterkopf und Nacken auf.

Wer feststellt, dass Läuse die Ursache des Juckreizes sind, ist laut Gesetz angehalten, sofort den Kindergarten oder die Schule des Kindes zu informieren. "Wir hängen dann ein Hinweisschild an die Tür, damit alle Eltern erfahren, dass Kopfläuse im Umlauf sind", erklärt Kindergartenleiterin Mosbacher. Die Einrichtungen sind außerdem verpflichtet, den Kopflausbefall dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden.

Im Einsatz: Spezialshampoo und Nissenkamm

Betroffene Kinder dürfen erst einmal nicht mehr in den Kindergarten oder die Schule gehen und sollten so schnell wie möglich behandelt werden. Mittel gegen Kopfläuse gibt es in jeder Apotheke. Für Kinder bis zwölf Jahre zahlen die Krankenkassen die Medikamente, wenn der Arzt ein Rezept ausstellt. Die meisten Mittel werden wie ein Haarshampoo benutzt und töten die Läuse bei der Haarwäsche.

Allerdings wirken sie nicht gegen die Eier, die die Läuse in so genannten Nissen ablegen. Die Nissen kleben hartnäckig. "Deshalb sollten die Haare mit einem Nissenkamm Strähne für Strähne durchgekämmt werden, um so die Eihüllen zu entfernen", erläutert Apothekerin Brigitte Wigand-Heppelmann aus Hamm. Zur Sicherheit muss die medikamentöse Behandlung allerdings nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden, um wirklich allen Läusen den Garaus zu machen.

"Viele Mittel enthalten Insektizide", erläutert Wigand-Heppelmann. Sie empfiehlt deshalb Eltern von Säuglingen und empfindlichen Kindern, mit dem Kinderarzt über die richtige Behandlung zu sprechen. Vorbeugend rät Wigand-Heppelmann den Eltern, Weinrindenshampoo oder eine einfach selbst herzustellende Mischung aus Shampoo und einigen Tropfen Teebaumöl zu benutzen. "Das mögen die ansonsten widerstandsfähigen Läuse nicht."

Erst wenn Kinder wieder "läusefrei", sind, dürfen sie zurück in die Schule oder den Kindergarten. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) reicht dafür bereits die erste - bestätigte - korrekte Durchführung der Behandlung sowie die Versicherung, die zweite Behandlung durchzuführen.

Quelle: psg
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