Bollywood-Dance - Hüftschwung auf Indisch
Kaum ein indischer Trend hat Europa je so erfasst wie dieser populäre Mix aus Tradition und Moderne. Transportiert wurde Bollywood-Dance, wie der Name schon vermuten lässt, über das Kino und seine Leinwand-Stars. Doch der Fitness-Trend hat seine Berechtigung: Er hält den ganzen Körper fit und verhilft zu mehr Lebensfreude.
Bollywood-Dance  - Hüftschwung auf Indisch
Info
Bollywood-ABC


Amitabh Bachchan: Der Altstar unter den indischen Stars wird wegen seiner einmaligen Singstimme und seiner wandelbaren Darstellungskunst verehrt.

Bollywood: Zusammengesetzt aus Bombay (heute wieder Mumbai) und Hollywood steht das Wort für die große indische Filmindustrie.

Farah Khan: Die berühmteste und beliebteste Choreographin Bollywoods, auch die Lieblingschoreographin des Stars Sharukh Khan. Sie ist eine Autodidaktin und hat beispielsweise für die Filme „Kuch Kuch Hota Hai“ und „Khabie Khushie Khabie Gham“ gearbeitet.

Filmkulisse: Man mag es kaum glauben, aber in den Bollywood-Filmen spielen die romantischen Szenen oft in der Schweiz, Deutschland oder Österreich, vor schneebedeckten Bergen, wo der Held unter der Trennung von seiner Geliebten oder der Familie leidet.

Hasta Mudras: Elegante Handgesten, die nach alter Tradition konkrete Begriffe, Gefühle und Symbole ausdrücken.

Kussverbot: In den Bollywood-Filmen ist das Darstellen erotischer Szenen verboten. Vieles davon wird durch den Tanz ausgedrückt.

Shabani Azmi: Mit der Schauspielerin und ihrem Kampf gegen Diskriminierung wandelt sich langsam das Bild der indischen Frau in der Gesellschaft und auch die Drehbücher.

Sharukh Khan: Der Superstar in den Liebesdramen Bollywoods. Seine ausdrucksvolle Körpersprache z.B. in „Devdash“ hat ihm viele Preise eingebracht.
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Zu Beginn macht fast jeder neue Sportkurs Spaß, man ist motiviert, neugierig und noch voll dabei. Doch nach und nach treten die guten Vorsätze in den Hintergrund – durchhalten fällt dann oft sehr schwer. Wer die Techno-Versionen der 90er Jahre-Hits aus den Aerobic-Kursen satt hat, sollte es einmal mit Bollywood-Dance versuchen. Denn das Tanzen macht Freude, die Musik motiviert und lenkt von der Anstrengung ab und nebenbei wird auch der ganze Körper von Kopf bis Fuß trainiert – was man meist erst am nächsten Morgen überrascht feststellt.

 
Sharukh Khan tanzt mit...
 
Der Name Bollywood-Dance leitet sich von der Bezeichnung der weltweit größten Filmindustrie ab: Bollywood. In Mumbai bzw. Bombay, woher auch das B im Namen kommt, werden jährlich 800 Neuproduktionen hergestellt. Ob der Film beim Publikum ankommt, hängt überwiegend von seinen Tanz- und Musikeinlagen ab. Die indischen Zuschauer verlangen, dass es eine charakteristische Bewegungsabfolge gibt, die sofort ins Auge springt. Getanzt wird meist zu enthusiastischem Bhangra-Pop, der aus dem nordindischen Punjab stammt. Klassische indische Tänzer rümpfen über den Bollywood-Dance die Nasen, denn dieser Tanzstil ist eine Mischung aus traditionellen Tänzen und Elementen aus dem Jazz Dance, Modern Dance, Hip-Hop, Flamenco, orientalischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Anleihen. Doch das Publikum liebt seine Darsteller, die als Bollywood-Stars regelrecht vergöttert werden, wie etwa Sharukh Khan, dessen Ruhm es auch bis hierher geschafft hat – und das nicht nur als Poster in indischen oder pakistanischen Frisörläden...
 
Die Ursprünge in der indischen Kultur
 
Der Tanz ist in der indischen Kultur fest verankert. Schon ca. 300 v. Chr. finden sich erste schriftliche Erwähnungen der Devadasis, Tempeltänzerinnen, die zu Ehren gewisser Götter tanzten und sogar rituell mit ihnen vermählt wurden. Mit Beginn der britischen Kolonialherrschaft gerieten die Tänzerinnen jedoch in Verruf, sie wurden materiell nicht mehr unterstützt und so wurde ihr Niedergang eingeleitet. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann jedoch mit den Gründungen der Madras Musical Awards und einiger Institute zur Erforschung des Tanzes die Renaissance des indischen Tanzes. Shiva, einer der wichtigsten Götter im Hinduismus, ist der Herr des Tanzes; ihm wird vor fast jeder Theateraufführung gehuldigt. Heute erfreuen sich zwar nicht unbedingt die klassischen indischen Tänzer, sondern neben den Bollywood-Stars vor allem auch die Filmchoreografen größter Beliebtheit und Anerkennung.
 
Jetzt aber los!
 
Beim Bollywood-Dance wird mit kraftvollen Schritten und gezielten Arm-, Schulter- und Handbewegungen der ganze Körper gestärkt. Am Schnellsten macht sich der Effekt an Bauch, Beinen und Po bemerkbar, aber auch die Rückenmuskulatur wird gekräftigt und die Haltung verbessert. Durch die vielen Drehungen und die fließenden Bewegungsabläufe werden die Muskeln elastischer, sogar der Beckenboden wird trainiert. Eine Herausforderung, vor allem für Anfänger, sind die Schritt- und Bewegungskombinationen, die allerdings ein ideales Training für die Koordinationsfähigkeit und das Gleichgewicht sind. Auch die Gelenke, besonders das Knie- und Hüftgelenk, profitieren davon. Und der Seele wird beim Tanzen ebenfalls etwas Gutes getan, denn die Gesten und Schritte schaffen nicht nur einen wunderbaren Ausgleich, sondern machen in Kombination mit der lebhaften Musik ebenso die Lebensfreude, die im Bollywood-Dance steckt, spürbar!
 
Bollywood-Dance in den eigenen vier Wänden
Wer keinen Kurs besuchen möchte, muss nicht auf Bollywood-Dance verzichten.
Wir haben zwei der Möglichkeiten zum Home-Training getestet.
 
1.    „Bollywood Dance – Fitness mit allen Sinnen“ von Ulaya Gadalla, Knaur-Verlag, 2007.
 
Die Autorin gibt im ersten Teil ihres Buches eine gute Einleitung zu den Themen Bollywood und indischen Tanz mit interessanten Zusatz-Infos. Danach geht’s sofort los: Reich bebildert werden zuerst die Aufwärmübungen, auf die besonderer Wert gelegt wird, erklärt. Es folgen die einzelnen Bewegungsabläufe und die Kombinationen. Mit der beiliegenden CD kann man gut mitmachen, die vorherige Lektüre des Buches ist allerdings zu empfehlen, da manche Bewegungen eben doch nicht so einfach sind. Die Anleitungen sind ausführlich beschrieben und so kommen auch Bollywood-Anfänger gut mit. Für gänzlich Untrainierte ist dieses Training allerdings weniger geeignet, da die Übungen doch anstrengend sind und schon einiges an Beweglichkeit verlangen.

2. „Bollyrobics Dance Workout“, von Julia Casper, DVD, Lichtung, 2006.
 
Ohne Einleitung beginnt die DVD sofort mit dem Training, man kann zwischen drei Tänzen mit Warm-Up und Cool-Down auswählen. Die Schritte werden zwar einzeln erklärt, doch geht alles ein wenig schnell. Die einzelnen Tänze dauern etwa 45 Minuten und sind relativ anstrengend, Anfänger kommen schnell aus der Puste. Um wirklich gut mittanzen zu können, muss die DVD einige Male angesehen werden. Trotzdem: Mit der Zeit macht sich ein Trainingseffekt bemerkbar und das Tanzen macht Spaß!

Autorin: Mag.a Anne Wiedlack

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