Krafttraining bei Kindern - früh übt sich?
Im Laufe der letzten Jahre, in denen viele neue Erkenntnisse in der Trainingslehre bekannt wurden, kamen auch Zweifel an manchen Trainingsmethoden auf. So auch beim Krafttraining für Kinder. Zum einen wurde der Sinn des Trainings vor der Pubertät hinterfragt, zum anderen wurde auch eine gesundheitliche Beeinträchtigung der jungen Athleten in Betracht gezogen.
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Beim Krafttraining für Kinder spaltet sich die Fachwelt in zwei Lager. In einem Lager sitzen die Befürworter des Krafttrainings, auf der anderen Seite befinden sich jene Personen, die nicht absolut gegen Krafttraining bei Kindern sind. Im folgenden Artikel wird nun Für und Wider abgewogen und versucht, auf ein neutrales Urteil zu kommen.

Zur Definition des Krafttrainings. Darunter versteht man körperliches Training zur Steigerung der Kraftfähigkeit und Erhöhung der Muskelmasse. Dieses Training bezieht sich in den meisten Fällen auf Arme und Oberkörper.
Am Beginn des Krafttrainings steht das Hypertrophie- oder Muskelquerschnittstraining. Um eine Vergrößerung des Muskelquerschnitts zu erzielen, müssen mit relativ wenig Gewicht viele Wiederholungen gemacht werden.
Danach folgt das Kraftausdauertraining, bei welchem mit etwas mehr Gewicht nur noch einige Wiederholungen weniger möglich sein sollten.
An der Spitze steht das intramuskuläre Koordinationstraining. Dabei werden mit sehr hohem Gewicht nur mehr 1-3 Wiederholungen pro Übungssatz geschafft. Dieser Teil des Trainings dient dazu, so viele vorhandene Muskelfasern wie möglich zur Kontraktion zu bringen.

Im Laufe der letzten Jahre, in denen viele neue Erkenntnisse in der Trainingslehre bekannt wurden, kamen auch Zweifel an manchen Trainingsmethoden auf. So auch beim Krafttraining für Kinder. Zum einen wurde der Sinn des Trainings vor der Pubertät hinterfragt, zum anderen wurde auch eine gesundheitliche Beeinträchtigung der jungen Athleten in Betracht gezogen.
Nach anfänglicher Aversion gegenüber dem Krafttraining bei Kindern konnte man nach einiger Zeit doch auch positive Aspekte entdecken. Durch das Krafttraining konnte ein deutlicher Rückgang des Körperfettanteils erzielt werden, sowie auch kleine Erfolge bei der Hypertrophie. Eine diesbezügliche Studie, die durch die BSO (Bundessportorganisation) angestellt wurde, berichtet aber nicht über mögliche spätere Haltungsschäden der Probanden.

Die lange aufrecht erhaltene Behauptung, dass die Entwicklung durch Krafttraining gestört werden könnte, wurde jedoch wissenschaftlich widerlegt. Die hohen Belastungen, die beim Krafttraining auf die Wachstumsfugen wirken sollen, sind nach wissenschaftlicher Meinung weniger schädlich als hoch repetitive Übungen, wie sie Ausdauertrainingseinheiten beinhalten.
Ein Irrglaube ist auf jeden Fall, dass Kinder und Jugendliche nur mit ihrem eigenen Körpergewicht trainieren sollten (Liegestütz, Klimmzüge, Kniebeugen,…). Genau das Gegenteil wäre besser, da sich beim Training an Geräten das Gewicht auf ein Minimum des Körpergewichts reduzieren lässt, was für Einsteiger - egal ob Jung oder Alt - das Wichtigste ist.
Eine weitere Fehlbehauptung war auch, dass sich Kinder langsamer von Trainingseinheiten erholen als Erwachsene. Auch hier ist es genau umgekehrt.

Wenn sich Erziehungsberechtigte nun für ein Krafttraining für ihre Kinder entschließen, oder wenn die lieben Kleinen selbst auf den Geschmack kommen, sollten folgende Punkte beachtet werden:
 
  • Kein selbstständiges Training, sondern nur unter Aufsicht von qualifiziertem Personal.
  • Nicht öfters als zweimal pro Woche.
  • Pro Trainingseinheit 6-8 Übungen mit maximal 10-15 Wiederholungen

Abschließend kann also resümiert werden, dass Krafttraining auch im Kindes- und Jugendalter, sofern es richtig ausgeübt wird, keine wirklichen Nachteile mit sich bringt. Die Vorteile hingegen sind jene der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung, positive Auswirkungen auf die Körperhaltung und bessere Gelenksstabilität, um nur einige zu nennen.

Autorin: Sandra Ehold
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