Kneippärzte - Ratgeber für ein gesundes Leben
Die Kneipp-Medizin liefert Therapieformen, die in Zeiten der Zivilisationskrankheiten wertvoll sind. Kneippärzte werden fachlich ausgebildet, um das alte Wissen weiterzugeben.
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Grundsätze der Kneipp-Philosophie

Unsere heutige Leistungsgesellschaft hat eine Vielzahl an Zivilisationskrankheiten hervorgebracht, die als gemeinsamen Nenner eine ungesunde Lebensweise haben. Die Behandlung durch Experten beschränkt sich meist auf Teilbereiche, obwohl man dem Problem nur mit einer umfassenden Behandlung gerecht werden kann. Hier zeigt sich der Vorteil der Kneippärzte deutlich. Ihre Ausbildung stellt den Menschen in den Mittelpunkt und bietet ihnen ein weitreichendes Konzept zur Behandlung der Patienten.

In Österreich ist die Ausbildung zum Kneipparzt seit dem Jahr 2005 fest geregelt. Nach dem erfolgreich absolvierten Kurs erhalten die Ärzte ein Diplom der Österreichischen Ärztekammer. Neben der rein medizinischen Ausbildung verpflichtet sich ein Kneipparzt auch dazu, das Gedankengut von Pfarrer Kneipp zu vertreten und in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Die Behandlung von Patienten ist ebenso wichtig, wie die Aufklärung dieser über die Anwendung der Kneipp-Therapien zur Selbsthilfe.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Kneipparzt verläuft in sieben Phasen. In einem Grundkurs wird den Teilnehmern theoretisches Basiswissen vermittelt. Diese etwa einwöchige Ausbildung ist die Grundlage für die weiteren Module. Danach folgt je ein Kurs für eine der fünf Säulen der Kneipp-Therapie. Diese Module können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden und schließen alle mit einem Teilzertifikat ab. Um den Ärzten den Zugang zu der Kneipp-Ausbildung zu erleichtern, werden die Teilkurse an Wochenenden abgehalten. Jeweils von Freitag bis Sonntag abend erlangen sie so Kenntnisse in der Phyto-, Hydro-, Ordnungs-, Ernährungs- und Bewegungstherapie.

Neben der theoretischen Ausbildung wird auch schon während des Kurses großer Wert auf die Praxis gelegt. So finden die Unterrichtseinheiten in Kurhäusern statt, damit die angehenden Kneippärzte die Behandlungen gleich praktisch miterleben können. Wichtig für ihre spätere Tätigkeit ist auch das eigene Ausprobieren der Anwendungen, damit die Ärzte ihre Patienten professionell beraten können. Zum Abschluss des Unterrichtes müssen die Ärzte eine Prüfung und ein einwöchiges Praktikum in einem Kneippkurhaus absolvieren. Erst wenn alle diese Kurse erfolgreich abgeschlossen wurden, erhält der Mediziner sein Diplom und darf sich künftig Kneipparzt nennen.

Behandlungsweise

Die Kneipp-Therapie beruht auf genügend Zeit für jeden einzelnen Patienten. Der Kneipparzt versucht in einem Vorgespräch, alles über die Beschwerden und Symptome herauszufinden. Danach gibt er Behandlungsvorschläge, die aus den fünf Säulen der Kneipp-Methode stammen. Es gibt also für ein Problem immer mehrere Lösungen, ganz dem Gedanken der umfassenden Kneipp-Therapie folgend. Neben Ratschlägen zur Selbsthilfe verabreicht der Kneipparzt auch Injektionen oder wendet verschiedene Naturheilverfahren an.

Auf jeden Fall sollte sich der Patient schon im vorhinein darauf einstellen, dass er selbst einiges zu seiner Gesundheit beitragen muss. Die Anweisungen des Kneipparztes machen nur dann Sinn, wenn der Patient sie auch gewissenhaft einhält. Das bedeutet meist einen Zeitaufwand, denn die Übungen müssen regelmäßig durchgeführt werden. Auch muss man dazu bereit sein, die körperliche Betätigung zu absolvieren, bittere Kräutertees zu trinken und die Wasseranwendungen auszuführen. Am Ende wird man jedoch mit einem guten Resultat und Gesundheit belohnt. Für die Kosten der Behandlung gibt es von der Kasse einen Zuschuss für verordnete Kuraufenthalte. Private Ärzte verrechnen je nach Zeitaufwand einen zweistelligen Eurobetrag.

Wann sollten sie zum Kneipparzt gehen

Die Mittel der alternativen Heilkunde sind begrenzt, so kann man mit Kneipp-Therapien natürlich keinen Krebs heilen. Auch alle ernsthaften Erkrankungen und krankenhauspflichtigen Behandlungen gehören in den Bereich der Schulmedizin. Sehr wirksam ist die Kneipp-Methode hingegen im Bereich der Zivilisationskrankheiten und von allgemeinem Unwohlsein. Leidet man etwa an Schlafproblemen, Übergewicht, Nervosität oder Bluthochdruck, kann ein Kneipparzt wertvolle Hilfe leisten.

Natürlich kann man den Mediziner auch aufsuchen, bevor es zu Symptomen kommt. Die Kneipp-Therapie eignet sich nämlich ebenso sehr gut zur Vorbeugung von Erkrankungen. Eine Kneipp-Kur findet in einem qualifizierten Kurhaus statt und dauert mindestens drei Wochen. Sie dient vor allem der Erholung nach einer schweren Erkrankung oder Lebensphase und der vorbeugenden Entspannung für kommende belastende Zeiten.

Autorin: Claudia Wrumnig

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