Speedminton - Badminton in Höchstgeschwindigkeit
Speedminton ist eine schnelle Ballsportart, die am anschaulichsten als eine Mischung als Badminton, Squash und Tennis ohne Netz umschrieben werden kann. Dabei kommt man ordentlich ins Schwitzen und hat richtig viel Spaß.

Der Mann hinter dem Ganzen
Erfunden hat das Ganze der Berliner Bill Brandes, der es noch Shuttleball nannte. Dem ehemaligen Seemann war das herkömmliche Badminton zu windanfällig und zu langsam (auf hoher See kein Wunder), weshalb er vor einigen Jahren dieses Spiel entwickelte. 2000 ließ er seine Erfindung professionell vermarkten.

Ausrüstung
Jeder Spieler braucht dazu einen Speedminton Schläger, der einem Squash-Schläger sehr ähnlich ist. Er ist zwischen 58 und 60 cm lang und variiert je nach Bespannung und Material. Der Ball, der fast wie ein Badmintonball aussieht, heißt Speeder und ist durch seinen verkürzten Korb, die kleinen Mulden innerhalb der Kappe und sein erhöhtes Gewicht windstabiler und hat einen geringeren Luftwiderstand. So erreichen die Bälle eine Geschwindigkeit bis zu 290 Stundenkilometer und eine Reichweite von bis zu 30 Metern, wenn man ordentlich zuschlägt.

Spielfeld
Spielt man professionell, so besteht das Spielfeld, der Speedcourt, aus zwei 5,5 x 5,5 Meter großen Feldern, die 12,8 Meter auseinander liegen. Es wird ohne Netz gespielt. Das ist sehr praktisch, da man fast überall seine Spielfelder aufbauen kann, sei es auf einer Sommerwiese oder am Badesee.

Regeln
Die Regeln für Speedminton sind relativ einfach. Ein Spielsatz endet mit 16 Gewinnpunkten. Ein Match geht über drei Gewinnsätze. Das Aufschlagsrecht wird per Los entschieden, aufgeschlagen wird im Block mit drei Aufschlägen pro Spieler. Jeder Ballwechsel punktet, wenn kein vorschriftsmäßiger Aufschlag gelingt, wenn der Speeder den Boden berührt, der Speeder im Feld landet und nicht zurückgeschlagen werden kann oder im Aus landet. Zudem ist er im Aus, wenn er zweimal hintereinander von der gleichen Person geschlagen wird oder den Körper berührt. Wenn der Ball außerhalb des Spielfeldes gespielt wird, gilt er als angenommen und wird nicht als Punkt gerechnet. Nach jedem Satz wird aus Gründen der Fairness, z.B. durch Wetterbedingungen, das Spielfeld gewechselt. Das Ganze kann man auch als Doppel über zwei aneinander angrenzende Courts spielen oder innerhalb eines Feldes mit einem Spieler als Vorder- und einem als Hintermann. Diese wechseln je nach Aufschlagsrecht ihre Positionen.

Speedminton kann in einer Halle oder im Freien mit einem aufgemalten oder abgesteckten Spielfeld gespielt werden. Bei jedem Wetter fliegt der Ball fast zielgenau und das sogar bei Windstärken bis zu einem Wert von 4. Für mehr Spaß können Sie den Abstand ihrer Felder auch variieren: Je weiter sie auseinander liegen, um so höher ist Ihr Fitnesseffekt, je enger sie sind, desto schneller werden die Ballwechsel gespielt. Eine besondere Variante bietet das Speedminton im Dunkeln mit Hilfe eines fluoreszierenden Balls oder auch Blackminton, bei der im Dunkeln unter Schwarzlicht gespielt wird.

Ein Anfängerset bestehend aus einer Hülle mit zwei Schlägern und mehreren Speedern gibt es für knapp 50 € im Sportgeschäft zu kaufen. Neben den Schlägern brauchen Anfänger auch etwas Kondition, da dies ein Spiel ist, bei dem viel gerannt wird. Aber es darf gesagt werden, jeder Schritt ist es wert und macht viel Spaß, denn man braucht keine Vorkenntnisse, der Ball kann nicht im Netz hängenbleiben. Es ist damit ein leicht zu erlernendes Spiel, bei dem man schnell seine Technik und seine Spielgenauigkeit steigern kann. Einfach feste draufschlagen und der Speeder fliegt garantiert ins andere Feld, wenn nicht sogar drüber hinweg.

 

Autorin: Dipl.-Soz. Christine Bulla

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