Schwimmen und Radfahren helfen bei Arthrose - Sport stärkt Muskeln und Bänder
Rund 35 Millionen Menschen in Deutschland haben nachweislich Abnutzungserscheinungen an den Gelenken – die ersten Anzeichen von Arthrose, einer chronischen Erkrankung. Davon sind häufig das Hüft- und Kniegelenk, die Wirbelsäule und die Hände betroffen. Typisch ist der Anlaufschmerz – etwa beim Loslaufen oder Aufstehen.
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Größeren Aktivitäten folgt der sogenannte Belastungsschmerz. "Betroffene sollten zum Arzt gehen – denn je früher behandelt wird, desto effektiver kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt werden", sagt Dr. Andreas Kiefer, Arzt beim AOK-Bundesverband.

Meist leiden ältere Menschen unter Arthrose, doch auch Jüngere sind davon betroffen. Dabei verschleißt das Gelenk und schmerzt. Ist der Knorpel den Belastungen nicht mehr gewachsen, bilden sich Risse. Abgeriebene Knorpelteilchen wirken dann zusätzlich wie Sand im Getriebe und schmirgeln weiteren Knorpel ab. "Am Ende reibt im Extremfall Knochen auf Knochen – wie ein Auto, dass nur noch auf der Felge fährt", erklärt Dr. Andreas Kiefer. Als Folge des Abriebs entzündet sich die Gelenkinnenhaut, was zu den typischen Schmerzen führt. Zusätzlich setzen die zerstörten Knorpelzellen Wirkstoffe frei, die die gesunde Knorpelsubstanz chemisch angreifen.

Sport stärkt Muskeln und Bänder

Risikofaktoren für Arthrose sind Übergewicht, X- oder O-Beine, bei denen die Gelenke nur punktuell belastet werden, schwere körperliche Arbeit und Verletzungen. "Bewegen Sie sich so viel wie möglich, ohne sich zu belasten", rät Dr. Andreas Kiefer, "so können Sie vorbeugen oder die Erkrankung lindern." Sport stärkt die Muskeln und Bänder, so dass sie ein betroffenes Gelenk wirkungsvoll stabilisieren, die Bewegung erhalten, Stöße abfangen und das Gelenk entlasten können.

Gut geeignet sind Schwimmen, Radfahren ohne große Steigungen und Nordic Walking. "Schwimmen und Aqua Jogging sind besonders zu empfehlen, denn dabei werden die Gelenke nicht belastet", sagt der Arzt. Gymnastik ist ebenfalls sinnvoll. Statt mit dem Fahrstuhl zu fahren, sollten Arthrosepatienten lieber wenn möglich Treppen steigen. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte zudem sein Gewicht reduzieren. Dadurch werden auch die Gelenke entlastet.

Schmerzende Gelenke kühlen

Die Schmerzen können die Patienten unter anderem durch Krankengymnastik und durch die Anwendung von Kälte lindern. "Legen Sie zum Beispiel einen Eisbeutel, den Sie in ein Handtuch gewickelt haben, auf die betroffenen Gelenke", empfiehlt Dr. Andreas Kiefer. Wenn die Knie oder der Rücken wehtut, kann auch Akupunktur helfen. Bei chronischen Knie- oder Rückenschmerzen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen dafür die Kosten. Wenn sie unter starken Schmerzen leiden, können die Patienten zudem kurzzeitig Schmerzmittel einnehmen. Dr. Andreas Kiefer: "Diese üblichen Therapiemöglichkeiten sollten so lange angewandt werden, bis eine Operation unumgänglich ist. Dabei kann ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk eingesetzt werden."

Quelle: psg
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